22.08.12 / Erzgebirge / Superzelle und MCS

Hallo liebe Leser/innen,

auch der zweite Tag einer Vorderseite einer bestimmenden Luftmassengrenze brachte in Sachsen Unwetter mit sich. Wiederum gab es isolierte Auslöse um Zwickau. Durch die besagte Windscherung und auch Dynamik durch die Luftmassengrenze entstand eine Superzelle. Diese zog von Chemnitz bis nach Freiberg. Ihr Stadium kann mittlerweile als HP klassifiziert werden. Dafür spricht Hagel um 3 Zentimeter und eine größere Menge an Hagel sowie viel Regen. Betroffen waren vor allem Chemnitz, Augustusburg und Freiberg. Wobei hier noch ein eigenes System entstand, das outflow-dominant durch den FFD Bereich der Superzelle für einen Downburst um Freiberg erwähnenswert war.

Jens und Bernd versuchten dabei die Superzelle noch zu erreichen. Die Superzelle konnte nicht mehr eingeholt werden. Wir suchten daher nach Schäden und Hagel. Die Meldung aus Oberschöna können wir nicht bestätigen. Ein UWZ Besucher meldete 5 cm Hagel und Orkanböen. Entsprechende Schäden blieben aus.

Wir positionierten uns anschließend nahe Sayda. An der Südseite der sterbenden Superzelle entwickelte sich eine neue Superzelle bei Teplice. Diese war ebenfalls sehr hoch und blitzte fast nur im Amboss. Die Blitzrate lag bei 50-60 Blitze pro Minute.

Wir fuhren anschließend wieder zurück. Aber irgendwie war kurzzeitig Absinken vorhanden. Denn wir fuhren weiter auf dem Fichtelberg. Auch hier sah man starkes Wetterleuchten der Vogtlandzelle. Diese trocknete jedoch auf dem Weg zu uns ab.

Auch die weitere Entwicklung auf dem Radar war erst ernüchternd. Dennoch entwickelten sich die Zellen bei Frankfurt immer besser und wurden zu einem eigenständigen System. Mit der Hoffnung gab es zwei Stunden Schlaf.

Und Petrus hatte es wieder gut mit uns! Michel – ein wahres Nachttier – rief rechtzeitig durch. Vielen Dank noch einmal dafür. Die Weckkette ging los. Die anderen Teammitglieder wurden geweckt.

Ich positionierte mich bei Annaberg. Hier gab es einen herrlichen Blick gen Westen. Man sah den Aufzug des MCS mit einer mehrstöckigen Shelfcloud. Schwerewellen mit Ac zeigten keine Schwäche des Systems.

Gerade so wurde es etwas hell. Mit höherer ISO sah man nun auch richtig tolle Strukturen.

Der Core ging gen Gelenau nieder.

Einige Blitze sah man. Es wurde sehr stürmisch – wir kamen dennoch mit einem blauen Auge davon. Der Fichtelberg registrierte eine 119er Böe. Das System schwächelte bis Freiberg und nahm dann wieder an Fahrt auf.

Ein wieder sehr zufriedenstellender Chasingtag(e) ging zu Ende. Auch wenn wir an der einen Superzelle nicht heran kamen, floppte es wenigstens so gut wie gar nicht. Schon dies ist als Erfolg zu verzeichnen.

Wenigstens gab es kaum Gewitter gen Leipzig, denn bei dieser Konstellation hätte es hier fast nix gegeben!


Euer Sturmjägerteam Erzgebirge / Vogtland