24.07.15 / 25.07.15 Unwetterlage in Deutschland

Hallo liebe Leser/innen,

das Wetter in den vergangenen Tagen bot wieder reichlich Aktion. Wobei das Muster an sich immer dasselbe gewesen ist. Dabei gab es schon am Mittwoch starke Unwetter. Hagelmassen und eine HP-Superzelle durchquerte das Erzgebirge. Dabei gab es am Donnerstag nur eine kurze Wetterpause. Denn am Freitag näherte sich die Warmfront eines für die Jahreszeit recht starken Sturmtiefs. Es schaufelte nicht nur heiße Luftmassen gen Norden, sondern auch labile Luftmassen. Gewitter und Unwetter waren vorprogrammiert.

Dabei startete unsere Reise bei Kißlegg. Erste Wärmegewitter waren aus der Schweiz heraus gezogen. Dabei sah man u.a. ein Druckabfall, sodass um der Alp herum nennenswerte Schwergewitter zu erwarten waren.

In einem relativ schmalen Streifen fand man nahe Kißlegg Hagel. Ca. 2 Stunden nach dem Ereignis waren diese noch immer teilweise über 1 Zentimeter groß, sodass man von ca. 3-4 cm Hagel ausgehen konnte.

Die weiteren Entwicklungen zeigten, dass deutlich ein Bodentief an der Warmfront zu sehen ist. So gab es nach ersten schweren Überflutungen in der Alp, linienförmige Gewitter, welche gen NO zogen. Dabei gab es hauptsächlich Wolken-Wolken Blitze, so auch bei nahe Ulm.

Es ging der A 7 hinauf und weiter die A 6 gen Nürnberg. Am Südende der Warmfront – nahe Ingolstadt – hat sich nunmehr eine Superzelle gebildet. Diese waren ziemlich stark. Wir schafften es bei Ambach uns direkt vor die Zelle zu stellen. Die Blitzrate lag bei über 100 Blitzen pro Minute. Es grollte durchweg am Abendhimmel, die Nacht wurde zum Tage. USA-feeling pur!

Kurz bevor die Zelle immer mehr zu einem eigenständigen System wurde, sah man dennoch die Mesozyklone mit Wall cloud Ansätzen.

Nunmehr war es schwierig vor dem System kommen. Es wurde ein größeres MCS mit dieser eingelagerten Zelle. Kurz vor Marktredwitz kam ich vor dem System. Zwischendrin gab es extremen Starkregen. Die Autobahn war teilweise überflutet. Die Autofahrer standen und fuhren nicht mehr weiter. Auf der Heimreise gen über Cheb und Karlsbad waren wir zwischenzeitlich immer wieder im System drin. Erst kurz vor meinem Heimatort konnten wir ca. 15 Minuten vor dem System verweilen.

Aufzug des MCS über dem Erzgebirgskamm.

Am Sonnabend folgte nun die Kaltfront des Sturmtiefs. Nur am Erzgebirge war diese wetteraktiv. Eine tolle Multizelle zog von West nach Ost durch.

Am Nachmittag fuhren wir auf dem Brocken. Hier gab es volle Orkanstärke. Mit Videokamera und Stativ war es schwierig sich auf den Beinen zu halten. Einige Besucher nahmen den Orkan jedoch mit Humor auf.

Im Thüringer Umland gab es zahlreiche Feuerwehreinsätze auf Grund des Sturmes. Hauptsächlich fielen Bäume um.

Video dazu:

http://www.stormchasing-erzgebirge.de/gallery/index.php/Videos/Winter-Schneef-lle-Schneeverwehungen/25_07_15-Orkan-Brocken

Jetzt heißt es erst einmal Kraft tanken, die letzten Wochen waren extrem anstrengend. Seit Anfang Juli stehen ca. 8000 Kilometer Stormchasing auf dem Tacho.

Bis bald euer Sturmjägerteam aus dem Erzgebirge!