22.06.2017 schwere Unwetter in Ostdeutschland

Hallo liebe Leser/innen,

nach einer längeren Pause melden wir uns wieder zur Wort. Viele werden unsere Beiträge auf Facebook mitverfolgt haben. Unsere Akutwarnungen vor einer heftigen Unwetterlage liefen schon 2 Tage im Voraus. Synoptisch betrachtet war es klar, dass es krachen muss. Extrem viel Energie überlappten sich mit Windscherung, hoher Luftfeuchte. Passen die Zutaten perfekt zusammen, entstehen schwere Unwetter. Estofex – Profis im Bereich der Gewittervorhersage – eröffneten ab dem Vormittag eine noch nie da gewesen Mesoskalige Diskussion zur Wetterlage. Auf höchsten Niveau lagen ihre Vorhersagen und waren perfekt getroffen.

Schon einige Tage vorher waren wir in Oberbayern unterwegs. Bis zu 36 °C und schwüle Luft lösten hier Wärmegewitter aus. Am Mittwoch und die Nacht zu Donnerstag gab es sehr blitzintensive Gewitter. Meist blieb es bei kleinem Hagel, Überflutungen und hoher Blitzrate.

Der Donnerstag war der Tag der Tage. Solch eine Unwetterlage kommt in Deutschland extrem selten vor. Wir waren alle angespannt. Insgesamt drei Sturmjäger waren unterwegs.

Bernd fuhr nach Magdeburg. Eine langlebige, zyklische Superzelle zog über komplett Deutschland hinweg. Sie entstand auf der Nordsee und brachte mehrere Tornados mit sich.

Bei Magdeburg, in der perfektesten Luftmasse waren die Strukturen extrem. Ein HP-Superzellemonster stand vor den Toren Leipzig.

Rotation war mit bloßem Auge zu sehen. Und wie, auch funnelte es, sodass ein Tornado unmittelbar bevor stand. Bei Zerbst trat dieser dann auch auf. Anhand der dokumentierten Schäden ist ein Tornado sehr wahrscheinlich.

Anbei der Blick auf die Wallcloud direkt vor Magdeburg.

Im Video sieht man die Rotation und Dynamik der Superzelle. Was für ein Prachtexemplar.

https://youtu.be/Y2ps2bYcRHI

Jens erwischte noch einige Schäden durch die Zelle.

Michel jagte die Zelle weiter nach Elsterwerda. Sie hatte nun im FFD Bereich einen massiven Downburst. Orkanstärke und extremer Starkregen führten zu einer Großschadenslage in diesem Ort. Alle Feuerwehren aus der Gegend waren im Einsatz. Michel dokumentierte das Ereignis ausreichend, er liefert sein Material nach

Weitere Superzellen entstanden am Harz, Thüringen, Hessen, im Saarland. Im Anfangsstadium hatten diese Großhagel, wurden später aber alle zu einer starken HP-Superzelle. Jens stand bei Lützen und konnte die anfänglichen Strukturen festhalten.

Bernd musste durch die Superzele durch. Auf der A 14 gab es null Sicht, extremen Starkregen. Am Schkeuditzer Kreuz war er vor der Zelle und konnte mit Vollgas an Abstand gewinnen. Bei Grimma hatte er mit anderen Sturmjägern aus Brandenburg einen perfekten Blick auf einen biber tail und der Mesozyklone. Die eigentliche Wallcloud verschwand im dichten Regen. Was für ein Biest mit enorm hoher Blitzrate.

Die Superzelle kam näher.

Und stand kurz vor Grimma. Auch hier gab es wieder einen starken Downburst. Die Superzelle wurde immer mehr zu einem System, ein großes MCS ist entstanden. Dies brachte zahlreiche Feuerwehreinsätze in Freiberg. Die Superzelle überrollte Grimma mit beeindruckenden Strukturen.

Doch die extrem energiereiche Luft brauchte eine ganze Weile, bis sie verschwand. Insgesamt 2 weitere Gewittersystem zogen über das Erzgebirge. Bis 3 Uhr nachts krachte es und schüttete es. Auch im Altkreis Stollberg gab es sehr viele Feuerwehreinsätze. Nahezu jede Feuerwehr war im Einsatz.

Im Erzgebirge sah man eine beeindruckende Blitzshow. Wolkenblitze zogen zahlreiche Kilometer unter den Wolken entlang

Im Video ist die Nightshow herrlich zu sehen!

Dann noch ein paar Eindrücke, die Norbert festhalten konnte.

Er konnte am Abend bei Rossau/Hainichen , diese beeindruckenden Strukturen festhalten.

Panorama

Ausweichen zu einer Tankstelle, letzter Blick

Es folgte dann dort starker Regen, ohne Hagel mit mäßiger Blitzrate.


Zurück ins mittlere Erzgebirge...

...die jetzigen Gewitter am Abend hatten vorwiegend Wolkenblitze

Das war´s und sagen bis bald

Euer Sturmjägerteam